Warum ich das Arbeiten von zu Hause liebe




Als Angestellte habe ich viele Jahre in Großraumbüros gearbeitet


Das war für mich eine ziemlich große Herausforderung. Ich bin das, was man als hochsensibel bezeichnet. Und damit fing das Drama schon an. Ich wollte nie, dass andere darunter leiden müssen, dass mich die Fliege an der Wand stört. Daher habe ich mich immer irgendwie arrangiert und zusammen gerissen.


Es sind leider nicht nur die armen Fliegen, die mich stören. Meine sämtlichen Sinne spielen mitunter verrückt. Am meisten reagiere ich auf Geräusche jeglicher Art. Das kann das laute Telefonieren oder Klingeln des Telefons sein. Kennst du die Leute, die immer das Köpfchen des Kugelschreibers wie verrückt drücken beim Telefonieren? Dieses Geräusch bringt mich um.


Oder wenn Menschen durcheinander sprechen. Auch die Tonlage mancher Zeitgenossen bringt mich auf die Palme. Das Summen der Klimaanlage, das Tönen des (damals noch) Nadeldruckers, das Klappern von Absätzen oder Kaffeetassen, herunterfallende Gegenstände, das Zerreißen von Papier usw.


Auch das Licht der grellen Neonlampen machte mir zu schaffen. Es blendete meine Augen und behinderte meinen Blick auf den Monitor.


Die unterschiedlichsten Düfte von Parfums und Rasierwässerchen verursachten mir manchmal regelrechten Brechreiz. Ich konnte auch immer schnell sagen, wer in welchem Restaurant zu Mittag gegessen hatte. Und Durchzug mag ich überhaupt nicht!


Was du immer hast!

Diesen Satz habe ich oft zu mir selbst gesagt. Ich kam mir schon manchmal ein bisschen MONK vor und dachte, ich habe nicht alle Tassen im Schrank.



Heute habe ich alles recht gut im Griff und fühle mich wohl


Ich bin so dankbar, dass ich selbstständig bin und von zu Hause arbeiten darf. Ach, wie liebe ich es, dass ich mich in meinem Arbeitszimmer zurück ziehen und es mir so gestalten kann, wie ich es möchte!


Mein Mann weiß, dass er mich nicht stören sollte, wenn meine Tür geschlossen ist.

Da ich auch Fluglärm schlecht ertrage, schließe ich das Fenster, wenn Rush Hour ist. Die ist in Frankfurt sehr oft. Unsere Fenster sind Gott sei dank gut lärmdämmend.


Ich habe verschiedene Lichtquellen, die ich je nach Bedürfnis nutzen kann. Und Krach mache ich nur selbst.


Auch finde ich es schön, dass ich mir meinen Arbeitsplatz so gestalten kann, dass ich mich richtig wohl fühle. Meine Wände sind mit Vision Boards verziert. Meine Flower of Change betört mich mit ihrem Duft und der Blick ins Grüne verwöhnt meine Augen. Natürlich entsteht auch kreatives Chaos. Das darf so lange bleiben, bis es mich stört. Im Großraumbüro musste ich mich sehr beschränken und abends immer den ganzen Schreibtisch abräumen.



Flower of change auf der Fensterbank
Meine Flower of Change im Arbeitszimmer


Ich teile meine Zeit frei ein und mache Pausen, wenn ich das Bedürfnis habe


Morgens komme ich nicht so schnell in die Gänge. Daher liebe ich es, meine Zeit bis 10 h für mich frei zu halten. Danach kann ich gut bis spät abends arbeiten. Denn ich plane großzügig mehrere Pausen ein. Dabei achte ich auf meinen Biorhythmus. Das ist so viel wert! Mittags einfach mal die Füße hochlegen und die Seele baumeln lassen ist so wertvoll. Bei schönem Wetter (und wenn nicht gerade Rush Hour ist), sitze ich auch gerne auf dem Balkon.


Ich beim Chillen in der Mittagspause
Ich beim Chillen in der Mittagspause

Ich style mich heute meist im Casual Look


Als angestellte Personalberaterin musste ich immer wie aus dem Ei gepellt aussehen. Kostüm oder Hosenanzug, Nylonstrumpfhosen, Absatzschuhe, Schminke, ein Hauch Parfum. So war das damals.


Heute kleide ich mich so, wie es für mich passt. Gepflegt und eher lässig. Bei offiziellen Zoom-Meetings auch Business-Like. Untenrum dürfen es auch Hausschuhe sein. Was habe ich diese Schickimicki-Schuhe mit Absätzen gehasst! Wenn abends die Zehen erstmal eine halbe Stunde brauchen, bis sie wieder wissen, wo sie hingehören. Nicht umsonst habe ich heute Halux valgus.


Ich trage ökologische Kleidung, gerne auch Second Hand. Es muss nicht immer die neueste Mode sein. Hauptsache schick und sauber.



Von zu Hause arbeiten ist nachhaltig und schont den Geldbeutel


Ich habe in den 16 Jahren meiner Selbstständigkeit mein Auto immer weniger benutzt. Heute fahre ich bevorzugt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Nur wenn es zeitlich nicht machbar ist oder ich Personen mitnehmen kann, nutze ich das Auto.


Mein PC ist fast 10 Jahre alt und gut für meine Zwecke. Ich nutze Papier aus Bambus und drucke nur noch sehr selten etwas aus. Mein Online-Office bietet mir alles, was ich zum arbeiten brauche. Die Druckerpatronen sind nachfüllbar. Der PC läuft nur, wenn er gebraucht wird.



Ich liebe es, jeden Tag mein Essen frisch zuzubereiten


Ein Teller Basmatireis mit Gemüsecurry
Basmatireis mit Gemüsecurry geht immer

Früher war es oft so, dass ich mir mein Frühstück in der Kantine gekauft habe. Mittags gab es Einheitsessen. Die Vitamine waren bereits weggekocht. Und abends hatte ich nach einem 10-Stunden-Tag oft so einen Kohldampf, dass ich mir noch unterwegs das Erstbeste in den Mund geschoben habe. Zeit zum Essen hatte ich immer wenig. Deshalb habe ich auch eher geschlungen als gekaut. Und getrunken habe ich viel zu wenig.


Heute genieße ich es, mir morgens mein Porridge zuzubereiten und mit einer guten Tasse Biokaffee mein Frühstück zu genießen. Dann richte ich mir meine