Was mein Hobby Handyfotografie mit meinem Mindset zu tun hat

Aktualisiert: Okt 12

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Wie ich zum Fotografieren kam


Es war im Jahr 1974 als ich im zarten Alter von 18 Jahren meine Leidenschaft für die Fotografie entdeckte. Ich kaufte mir damals eine Spiegelreflexkamera von Minolta mit diversem Zubehör. Dabei ging ein Monatseinkommen drauf.


Zur damaligen Zeit musste ich mir ganz genau überlegen, welche Filme ich mir kaufe: 12, 24 oder 36er. Wieviel ISO, Schwarz-Weiß oder in Farbe. Das ging ganz schön ins Geld.


Dadurch habe ich gelernt, mich auf das Wesentliche zu fokussieren und nur den Auslöser zu drücken, wenn alles am Bild gepasst hat. Das war jedes mal ein sehr erhebendes Gefühl. Ich war in solchen Momenten immer ganz bei mir, es hatte etwas Meditatives. Ach, was war ich jedes Mal aufgeregt, wenn ich die entwickelten Bilder abgeholt habe!


Leider hat die Belichtung meiner Kamera irgendwann den Geist aufgegeben. So bin ich dann zunächst vom Fotografieren abgekommen.


Die Kameras wurden immer kleiner


Es kam das Zeitalter der Kompaktkameras, zunächst noch mit Filmrollen und dann digital.


Diese Teile waren alle hoch empfindlich und gingen schnell kaputt. Ich habe im Laufe der Zeit mindestens sechs davon gehabt. Meine Lust am Fotografieren hielt sich von da ab in Grenzen.


Die ersten Handykameras kamen auf den Markt


Das war eine Revolution! Telefonieren und Fotografieren in einem Gerät! Ich musste nicht mehr überlegen, ob ich etwas aufnehme oder nicht. Es war ja so einfach, alles wieder zu löschen. Ich fotografierte alles, was mir vor die Linse kam. Und dabei verlor ich den Blick für das Wesentliche.


Ich habe die Feinheiten nicht mehr gewürdigt. Meine Urlaubsbilder sahen lange so aus wie die meisten Standard-Urlaubsbilder, die jeder andere hätte gemacht haben können. Die Qualität war auch damals noch nicht sehr berauschend.


Wenn ich heute darüber nachdenke, war das auch eine Zeit, in der ich nicht sehr bewusst gelebt habe. Die Arbeit als Angestellte hatte mich ganz eingenommen. Die Urlaube waren die einzigen Highlights des Jahres. Ich hatte sie zum Erholen dringend notwendig. In meinen Urlaubsfotos wollte ich alles konservieren, um lange etwas davon zu haben. Sie wirkten oberflächlich, nichtssagend. Und später hatte ich kaum Zeit, sie nochmals zu betrachten. Eine traurige Zeit!


Dann habe ich Handyfotografie neu entdeckt


Im Jahr 2017 kam mit meinem Samsung S 8 endlich auch eine gescheite Handykamera in mein Leben. Was für ein Luxus! Was für ein Vergnügen!


Ich fing an, mich wieder bewusster mit Fotografie zu befassen. Der Druck von früher war längst raus, da ich mich bereits vor 16 Jahren selbstständig gemacht habe und seitem mein Leben selbst bestimme.


Meine persönliche Entwicklung sehe ich auch an meinen Bildern. Es ist viel mehr Ruhe reingekomnen. Ich habe auch nicht mehr das Bedürfnis, alles festhalten zu müssen. Ich kann auch gut wieder loslassen und löschen. Meine Eindrücke sind in meinem Gedächtnis gut aufgehoben. Ich muss auch nicht mehr alles danach ansehen oder es anderen zeigen. Es ist Meins. Für mich. In meinem Herzen. Es fühlt sich gut an.


Heute weiß ich auch, dass ich jeden Ort, an dem ich war, nochmals besuchen kann, wenn ich das möchte. Früher war es so, dass ich das Gefühl hatte, hier komme ich nur einmal hin, weil ich ja noch so viel anderes sehen muss. So musste ich alles konservieren. Klar, wenn man nur sechs Wochen Urlaub im Jahr hat, denkt man vielleicht so.


Wie sich mein Mindset verändert hat


Jetzt bin ich frei, zu sein wann und wo ich es möchte. Entsprechend haben sich auch meine Fotos und der Blick auf die Details verändert. Das kann ich übrigens auch für mein Business sagen. Anfangs habe ich nur das Grobe erkannt, heute sehe ich die Feinheiten meiner Arbeit und werde immer sensibler dafür. Ein wunderschönes Gefühl!


Handyfotografie kann sehr anspruchsvoll sein


Im letzten Jahr habe ich in Facebook einen Onlinekurs des Frankfurter Fotografen Ulrich Mattner entdeckt. Seine Bilder faszinieren mich, weil er Frankfurt und seine Menschen aus ganz einzigartigen Perspektiven zeigt. Er setzt Orte in Szene, von denen ich vorher noch nie gehört hatte.


Im Kurs habe ich gelernt, noch mehr auf die Details zu achten, die Dinge anders zu betrachten, Unnötiges wegzuschneiden. Schönheit hat viele Facetten. Und was soll ich sagen? Auch dies hat sich auf meine Arbeit übertragen. Schon erstaunlich.


Ich habe n einem Wettbewerb für Handyfotografie teilgenommen

Frau mit rotem Schirm auf dem Eisernen Steg
Frau mit rotem Schirm auf dem Eisernen Steg

Mein Foto, das ich für den Wettbewerb ausgewählt hatte, erreichte Platz 35 von 50. Die Ausstellung kann ich übrigens sehr empfehlen. Wenn du in Frankfurt bist und Zeit hast, schau mal rein.


Luise in der Ausstellung vor ihrem eigenen Bild
Ein schönes Gefühl, wenn das eigene Bild in einer Ausstellung hängt

An meinem Foto liebe ich den besonderen Augenblick und die schöne Erinnerung an den Besuch meiner Freundin Christa. Wir kamen gerade völlig beseelt aus der van Gogh Ausstellung. Draußen wurde es gerade dunkel und es nieselte. Das Foto entstand ganz spontan. Es sind solche besonderen Momente, die sich nie wiederholen lassen.


Handyfotografie und Urlaub


Früher habe ich fotografiert was alle Touristen fotografieren und man in jedem Bildband einer Stadt oder im Internet finden kann, wenn man nach Highlights sucht.


Heute faszinieren mich oft Motive in der Bewegung, so wie zankende Möwen am Strand, der sein Gefieder putzende Schwan, wehende Fahnen im Wind oder eben meine Freundin, die über den Eisernen Steg schwebt. Es ist der besondere Augenblick, den es eben nur in diesem Moment gibt. Seit Neuestem begeistern mich auch Regenpfützen. Sie sind vergänglich und kommen genau so nie wieder.


Sich um Futter streitenden Möwen an der Ostser
Sich um Futter streitende Möwen an der Ostsee

Ein sich purzender Schwan auf dem Wasser
Der Schwan macht sein Gefieder fein