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Lost Places Frankfurt am Main: Hinter den Kulissen des alten Polizeipräsidiums

Aktualisiert: 23. Feb. 2023


Mein Jahresmotto für 2023 lautet: WABI SABI - nichts ist von Dauer. Mich fasziniert diese japanische Philosophie, in der es u. a. darum geht, das Alte zu ehren, aber auch loszulassen. Was passt da besser als eine Führung durch als alte Polizeipräsidium Frankfurt?


Außerdem war es an der Zeit, dass ich mal wieder einen meiner Revolutionstage einlege. Da tue ich Dinge, die ich vorher noch nie getan habe.


Das alte Polizeipräsidium steht seit 2002 leer. Trotzdem hat dieses Areal so viel zu berichten. Nicht zuletzt dank des Zeitzeugen Roland Henkel (Kriminalbeamter a.D.), der mit Leidenschaft Führungen anbietet.



Eigentlich hatte ich mich zu der Veranstaltung angemeldet, weil ich gerne Motive fotografiere, die nicht alltäglich sind. Tatsächlich ist bei mir jedoch viel mehr passiert, wie immer, wenn ich etwas Neues wage.


Vor dem alten Polizeipräsidium Frankfurt
Verfall oder Erhalt ?

Als ich vor dem Gebäude wartete, gingen mir einige Gedanken durch den Kopf. Viele Menschen hängen ja an den alten Dingen, weil sie sich dann nicht auf Neues einlassen müssen. Wie wäre es, wenn sich Altes und Neues miteinander verbinden würde, so wie hier zu sehen. Im Hintergrund der moderne Messeturm (auch dieser ist schon nicht mehr ganz so jung, nämlich aus dem Jahr 1991).


Haupteingang altes Polizeipräsidiums Frankfurt
Der Haupteingang des Polizeipräsidiums

Das Polizeipräsidium wurde in den Jahren 1911 bis 1914 erbaut. Bereits am Eingang kann man erkennen, dass hier mit Prunk nicht gespart wurde.


Hinter dem Hauptgebäude des aten Polizeipräsidiums
Hinter dem Hauptgebäude des alten Polizeipräsidiums

Hier sieht man gut, dass es in Frankfurt keinen Stillstand gibt. Faszinierend jedoch, wie sich immer wieder Alt und Neu miteinander verbindet und eine schöne Gesamtkomposition ergibt. Sogar die Matthäuskirche mit ihrem warmen Gelb passt sehr gut ins Bild.


Die Säulen im Hauptgebäude des alten Polizeipräsidiums
Die Säulen in der Halle

Als nächstes sind mir die prachtvollen Säulen aufgefallen. Wenn man das Gebäude betritt, fühlt man sich automatisch ein bisschen kleiner. Das war wohl so gewollt. Auch wenn hier alles am verfallen ist, so kann man die Schönheit immer noch erkennen, finde ich.



Dieser wundervolle Treppenaufgang mit seinen schmiedeeisernen Geländern, die bleiverglasten Fenster und das großzügige Licht erinnern eher an ein Schloss als an ein Polizeigebäude.


KPP Königliches Polizeipräsidium aus Schmiedeeisen gefertigt
Das KPP steht für Königliches Polizeipräsidium


Es gab so viel Spannendes zu entdecken. Das hätte ich im Vorfeld nicht vermutet.


Balkon der Dienstwohnung des Polizeipräsidenten
Der kleine Balkon gehörte zur Dienstwohnung

Früher hatte der Polizeipräsident seine Dienstwohnung direkt im Präsidium. So brauchte er nur wenige Schritte bis zu seinem Büro. Der kleine Balkon gehörte zur Wohnung.


Was siehst du? Toilette im Hintergrund
Was siehst du?

Hier habe ich ein bisschen rumgespielt mit meinem Smartphone. Ich bin gespannt, was du erkennen kannst.


Thinkin about he Future. Graffity
Zum Nachdenken

"Präsidium 19/11“: Das war der Name einer besonderen Disco, in der etwa drei Jahre lang in besonderem Ambiente gefeiert wurde. Ich weiß nicht, wieso das damals an mir vorbei gegangen ist. Herr Henkel zeigte uns Bilder davon, wie die Diskothek damals ausgesehen hat. Das muss herrlich gewesen sein, hier seinen Cocktail zu schlürfen und das Tanzbein zu schwingen. Aber Nachtrauern nützt jetzt auch nicht mehr. Nichts ist von Dauer, wie gesagt.



Der Projektentwickler Gerchgroup hat das Areal für rund 212 Millionen Euro vom Land Hessen erworben und plant an dieser Stelle ein Hochhaus und weitere Gebäude. Die Anbauten an das Hauptgebäude werden abgerissen. Der neobarocke Altbau steht unter Denkmalschutz und bleibt erhalten. Das wird noch spannend, wie uns Herr Henkel erzählte. Denn unter dem Areal verläuft eine U-Bahn.


FLur im Polizeipräsidium Frankfurt
Ich mag lange Gänge

Ich mag diese langen Flure und Gänge. Hier gibt es genügend davon. Dann stelle ich mir vor, wie es früher gewesen sein mag, als hier noch Menschen unterwegs waren und das Geklapper auf dem Linoleum.



Gehen Sie nicht über Los, sondern direkt ins Gefängnis. Herr Henkel erzählte uns spannende, skurrile, aber auch lustige Geschichten aus seiner langjährigen Arbeit als Kriminalbeamter.


Die lustigste war, dass er einen Tag vor Dienstantritt beim Schwarzfahren erwischt wurde, weil er sein Monatsticket ab dem 1. April gekauft hatte, aber einen Tag früher zum Dienst antreten sollte. Er hatte es einfach in der Aufregung vergessen, dass das Ticket noch nicht gültig war.


Die traurigste Geschichte war die vom Fall Jakob von Metzler. Wir standen in der damaligen Einsatzzentrale. Es war eine seltsame Stimmung. Ich mochte den Raum nicht fotografieren.


Das war alles sehr aufregend. Ich hätte noch stundenlang zuhören können. Aber nach zweieinhalb Stunden waren doch einige Teilnehmende müde und hatten kalte Füße.


Der Aufzug zum Gefängis
Der Aufzug zum Gefängnis

Hier wurden die Inhaftierten mit dem Fahrzeug herangefahren und direkt in Untergeschoss verfrachtet. So manch einer ist auch mal kurz entwischt, da es meist noch einen Abstand zu Fahrzeug und Gittern gab. Aber niemand ist seinem Schicksal entkommen.


Ich hätte ja ordentlich Platzangst bekommen, auch wenn es nur für 24 Stunden gewesen wäre.


Innenhof ohne Zugang
Der Innenhof ohne Zugang

Fun Fact: Dieser sehr interessante Innenhof hat keinen Zugang. Was man sich dabei gedacht hat, weiß niemand. Ich finde, das Foto hat etwas Besonderes, auch wegen der baumelnden Feuerlöscher, die wahrscheinlich nie benutzt wurden.


Ich habe unendlich viele Bilder geschossen. Zum Abschluss zeige ich dir noch einige meiner Lieblingsfotos.


Am Ende habe ich mich gefragt, warum es so viel Kriminalität gibt, dass unser Polizeiapparat immer größer werden muss. Mir war gar nicht richtig bewusst, dass es so viele Arten von Verbrechen gibt. Als Tatort-Seherin hatte ich meist nur Mord und Totschlag im Kopf.


Dabei geschehen die meisten Straftaten, weil die Menschen nach dem schnellen Geld jagen:


Betrug, Internetkriminalität, Rauschgifthandel, Menschenhandel, Straßenkriminalität und Vieles mehr. Hast du eine Ahnung, warum das so ist? Es gibt doch so viele bessere Möglichkeiten, Geld zu verdienen und sich etwas aufzubauen.

 

Wenn dir mein Beitrag gefallen hat und du bist jetzt neugierig geworden, dann musst du schnell sein. Denn es wird die Führungen nicht mehr lange geben. Dann weicht das Alte dem Neuen. Denn nichts ist von Dauer.


Ich würde mich riesig freuen, wenn du mir einen Kommentar unter meinem Blogartikel hinterlässt, wie es dir gefallen hat. Und wenn du dich für Wabi Sabi interessierst, dann lass uns doch mal darüber sprechen, wie es in dein Leben als Networkerin passen könnte. Ich sehe da nämlich so viele wertvolle Zusammenhänge, die wir hervorragend für unsere Arbeit nutzen können. Das Notwendige tun, das Nützliche oberdrauf und mit dem Angenehmen verbinden.


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Sehen wir uns?


Deine Luise

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