Was ist eine Entscheidung und was ein Entschluss?

Aktualisiert: Aug 4

10 Blogartikel in 10 Tagen

Dein heutiges Leben ist eine Folge deiner Entscheidungen

Die meisten unserer Entscheidungen passieren automatisch

Was ist ein Entschluss?

Meide diese Entscheidungskiller

Gute Entscheidungen entstehen im Hier und Jetzt

Deine heutige Aufgabe

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Luise im Büro, lächelnd
Ich habe mich soeben entschlossen, dieses Bild zu nehmen.

10 Blogartikel in 10 Tagen


Ich habe im Juli entschieden, an einer Blogdekade im August teilzunehmen und bin wild entschlossen, dass ich das durchziehe. Erschreck' dich nicht. Ich verspreche dir heute, dass die 10 Impulse, die ich dir in den nächsten Tagen geben werde, dir in jedem Fall hilfreich sein werden.


Seit einiger Zeit beschäftige ich mich damit, wie sich unser Leben verändert aufgrund unserer täglichen Entscheidungen. Und auch etwas damit, wie das Leben verlaufen wäre, wenn wir es damals anders gemacht hätten. Ich möchte dich sensibilisieren, aus jedem deiner Tage den Bestmöglichen zu machen. Bist du dabei? 10 Tage, 10 wertvolle Impulse für dich auf deinem Weg in ein leichteres Leben.


Dann lass' uns gleich loslegen. Heute beschäftigen wir uns mit den zwei Worten Entscheidung und Entschluss. Sie klingen ja fast gleich. Und trotzdem unterscheiden sie sich ganz gewaltig.


Dein heutiges Leben ist eine Folge deiner Entscheidungen


Zuerst entscheiden die Eltern den Wohnort, die Schule, die Ausbildung, das Studium, wie wir uns ernähren, was wir anziehen usw. Auch Lehrer, die Kirche, unsere Verwandten und Nachbarn hatten großen Einfluss auf uns.


Sie haben das wahrscheinlich immer zu unserem Besten gemacht. Dennoch waren ihre Entscheidungen für uns aus heutiger Sicht nicht immer die richtigen. Nun macht es natürlich keinen Sinnen, andere dafür haftbar zu machen, wie unser Leben bisher verlaufen ist. Was wir heute tun können, ist unsere eigenen Entscheidungen bewusster zu fällen.


Der Münchner Hirnforscher Ernst Pöppel hat heraus gefunden, dass wir rund 20.000 Entscheidungen täglich treffen, die meisten davon blitzschnell. Puh! Was geht da ab in unserem Hirn?


Das fängt schon damit an, dass wir morgens beim Aufwachen entscheiden, ob wir den Wecker auf Snooze stellen, uns nochmal umdrehen, eine kleine Runde weiter schlafen.

Zack! schon 3.


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Die meisten unserer Entscheidungen passieren automatisch


Sich zu entscheiden, bedeutet, aktiv sein Leben zu gestalten. Wenn wir es nicht tun, entscheiden andere für uns. Das kann fatale Folgen haben und auf Dauer krank machen. Denn wenn andere für uns entschieden haben, sind wir im Nachhinein nicht zufrieden, fangen an herumzumäkeln und werden für manche zu unangenehmen Zeitgenossen.


Bei den täglichen Entscheidungen hilft uns unser Bauchgefühl, man kann es auch als Intuition bezeichnen. Wir entscheiden uns oft spontan, ohne zu wissen warum. Und meistens geht es gut. Woher stammt nun dieses Baugefühl? Ist es angeboren? Nein. Es ist eine Ansammlung von Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gesammelt haben. Wenn du einmal auf eine heiße Herdplatte gefasst hast, musst du nicht mehr bewusst entscheiden, dass du es beim nächsten mal nicht mehr tun wirst.


Entschlüsse ohne Bauchgefühl gibt es also nicht. Hä? Was jetzt, Entscheidung oder Entschluss?


Schauen wir uns die beiden Wörter einmal genauer an.


Im Verb entscheiden finden wir scheiden. Um etwas entscheiden zu können, brauchen wir zwei oder mehrere Dinge, unter denen wir auswählen sollen. Ziehe ich heute das rote Kleid an, oder doch das blaue, oder trage ich doch die Jeans?


Wir Frauen sind glaube ich Weltmeisterinnen im Entscheidungen abwägen. Dazu kommt noch, dass wir Deutschen meist entscheidungsfaul sind. Unbewusst wissen wir wahrscheinlich, dass jede dieser Entscheidungen großen Einfluss auf unser Leben haben kann oder vielleicht einmal gehabt hat.


Ein einfaches Beispiel: Wir gehen mit der besten Freundin in ein Restaurant. Die Speisekarte zeigt 35 Gerichte, eines vielversprechender als das andere. Das kann sich länger hinziehen, und der Ober wird erstmal wieder weg geschickt.


Aber warum ist das so? Ich habe ein paar Ideen dazu:

  • Für manche ist es eine Preisfrage, welches Gericht sie auswählen.

  • Die Kalorienanzahl könnte ebenfalls eine Rolle spielen.

  • Die Entscheidung für die Geschmacksrichtung könnte eine Rolle spielen. Nehme ich Hähnchen süßsauer oder doch doch lieber den Feuertopf?

  • Kann ich mir heute Knoblauch erlauben oder nicht?

  • Sollte ich vielleicht heute mal ganz auf Fleisch verzichten und eine vegetarische Variante wählen?

  • Man soll ja auch einmal in der Woche Fisch essen.

  • Und wie wäre es, wenn ich doch das Hähnchen süß-sauer nehme aber mit ordentlich Scharf und statt dem Hähnchen doch Tofu? Das wäre doch vernünftig.

  • Weil wir uns so schlecht entscheiden können, passiert es oft, dass jede ihr Gericht wählt und mit der anderen teilt. Das habe ich bei Männern noch nie erlebt, und bei Kindern übrigens auch nicht.


Ich weiß nicht genau, wo das herkommt, dass wir uns da so schwer tun. Vielleicht ist es evolutionsbedingt, da die Frauen ja seit Urzeiten für die Nahrungsbereitung zuständig waren und vor allem darauf achten mussten, dass sie nicht giftig und überhaupt genießbar ist. Es war also überlebensnotwendig, dass wir ordentlich abgewogen haben. Wer weiß, wie das sonst für die Menschheit ausgegangen wäre.


Würden wir jetzt weitere Beispiele durchspielen, würdest du feststellen, das der Tag recht schnell vorbei ist und aus vielen Entscheidungen keine Entschlüsse werden. Vielleicht ist das mit ein Grund, warum wir oft das Gefühl haben, wir würden allem so hinterherhinken und

der Tag könnte 48 Stunden haben. So entsteht Stress, und der kann bis zum Burnout führen.


Was ist ein Entschluss?


Wenn ich z. B. ein Businessgespräch führe, steht am Ende immer eine Frage:


„Entscheidest du dich noch oder bist du bereits entschlossen?“


Die Antwort ist oft: Ich werde mich heute nicht entscheiden und noch eine Nacht drüber schlafen. Ich muss auch noch mit meinem Partner darüber sprechen, und natürlich ein paar Freundinnen fragen, was sie davon halten. Außerdem muss ich heraus finden, ob ich überhaupt Zeit dafür habe, etwas Neues zu starten. Ich weiß auch nicht, ob ich das überhaupt kann.


Solange diese Überlegungen noch nicht abgeschlossen sind, kann kein Entschluss gefällt werden. Je länger du mit deiner Entscheidung wartest, desto unwahrscheinlicher wird es, dass du einen Entschluss fällst.


Im Wort Entschluss steckt Schluss. Es gibt also nichts mehr abzuwägen. Der Schluss macht daraus etwas Endgültiges. Es muss also eine Klärung stattgefunden haben.


Jeder Entscheidung muss also ein Entschluss folgen.

Wenn ich mich zu etwas entschließe, habe ich entschieden, es umzusetzen. Sie ist also der Schluss des Entscheidungsprozesses. Solange ich nicht entscheide, trage ich auch ein Last. Daher ist es besser, nicht zu lange zu warten.


Magst du noch ein Beispiel?


Stell dir vor, du stehst in der Schlange an der Supermarktkasse und hinter dir steht eine Frau, die dir auf Anhieb sympathisch ist. Dein Herz fängt an, laut zu pochen und dein Gehirn fängt an zu rattern. Du hast nur 1-2 Minuten, mit dieser tollen Frau zu sprechen. Du beginnst fieberhaft zu überlegen, was du jetzt sagen könntest. Die Waren rollen fröhlich weiter übers Band. 21,98 € bitte. Bar oder mit Karte? Diese Entscheidung kannst du noch leicht treffen. Doch jetzt bezahlt diese Superfrau. Du wartest doch lieber, bis sie ihren Einkauf verstaut hat. Dann folgst du in angemessenem Abstand in Richtung Parkplatz.


Deine Knie schlottern bereits. Deine Hände sind schweißgebadet. Du hast nichts zu verlieren. Sprich' sie an, frag! Sage etwas Freundliches, mach' ihr ein Kompliment, notfalls frage sie nach der Uhrzeit. Tu' etwas! Mach!


Huch! Du siehst noch die Rücklichter ihres Autos, als sie rückwärts ausparkt. Und tschüss! Wie hätte sich dein Leben verändern können, wenn du eine Entscheidung getroffen und sie umgesetzt hättest? Du wirst es leider nie erfahren.